Gebietsfremde Arten
Invasive und Gebietsfremde Arten
Viele invasive und gebietsfremde Arten siedeln sich nach und nach in Europa und Deutschland an. Klimawandel, Handel und Tourismus sind drei der Hauptgründe dafür. Die Stadt Emmendingen informiert an dieser Stelle über die bekannten invasiven oder gebietsfremden Arten in der Stadt.
Tapinoma magnum (Große Drüsenameise)
Die gebietsfremde Ameisenart Tapinoma magnum (Große Drüsenameise) ist auch in Emmendingen angekommen. Bisher gibt es einen bestätigten Fall in Windenreute. Proben aus anderen Ortschaften und Stadtteilen waren negativ. Die Ameisenart stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum. Sie gräbt sich durch enge Gehwegsspalten, lockere Bodenplatten und dringt beispielsweise auch in Verteilerkästen ein. Die Völker dieser Ameisenart schließen sich zusammen und bauen große unterirdische Netze (sogenannte Superkolonien). Obwohl die Ameise schwer zu vertreiben ist, lässt sich eine Kolonie meist gut eindämmen.
Woran ist die Ameise zu erkennen?
Diese Ameisenart ist durch ihre vollständig schwarze Färbung und ihre hohe Laufgeschwindigkeit gut zu erkennen. Die Arbeiterinnen sind unterschiedlich groß und erreichen eine Körperlänge von etwa 2 bis 5 mm. Charakteristisch sind die breiten, oft mehrspurigen Ameisenstraßen, auf denen zahlreiche Tiere gleichzeitig unterwegs sind. Werden die Ameisen gestört oder zerdrückt, verströmen sie einen auffälligen Geruch, der häufig als ranzige Butter oder lösungsmittelartig beschrieben wird. Die Tiere können zudem beißen, was als unangenehm empfunden werden kann. Typisch sind außerdem Sandauswürfe zwischen Pflastersteinen, die durch ihre Nestbautätigkeit entstehen und auf einen Befall im Bereich befestigter Flächen hinweisen.
An wen wende ich mich im Verdachtsfall?
Prüfen Sie zunächst selbst, ob die beschriebenen Merkmale zutreffen. Bei einem Verdacht wenden Sie sich an die Stadt und melden den Fund. Für die Bestimmung benötigen wir aussagekräftige Fotos und eine Ameisenprobe. Legen Sie für Fotos ein Blatt Papier mit einem Tropfen Zuckerwasser oder Ahornsirup sowie ein Lineal an den Nesteingang, warten Sie 10–20 Minuten und fotografieren Sie die Ameisen aus verschiedenen Perspektiven. Schicken Sie Ihre Bilder an klima(@)emmendingen.de. Zudem können Sie einige Ameisen in einem kleinen Gefäß sammeln, in 70 Prozent technischem Alkohol aufbewahren oder für mindestens 24 Stunden einfrieren. Geben Sie die Probe anschließend an der Infotheke im Rathaus für das "Umweltamt" ab. Bitte beschriften Sie Bilder und Probe und geben Sie den Fundort sowie Ihre Kontaktdaten an. Die Stadt leitet die Proben an Experten in Karlsruhe weiter und gibt Ihnen eine Rückmeldung.
Was macht die Stadt Emmendingen?
Die Stadt unterstützt bei der Identifizierung von Verdachtsfällen. Bestätigt sich der Verdacht, erfolgt eine Ortsbegehung, um das Ausmaß der Ausbreitung zu bewerten. Auf öffentlichen Flächen setzt die Stadt gezielte Maßnahmen zur Eindämmung um. Dazu gehören insbesondere die Behandlung mit Heißwasser sowie regelmäßige Bekämpfungsmaßnahmen durch den Bauhof. Die erforderlichen Vorbereitungen hierfür laufen bereits.
Was können Privatleute tun?
Private Flächeneigentümerinnen und -eigentümer sind selbst dafür verantwortlich, bei einem möglichen Befall aktiv zu werden. Die Stadt prüft jedoch, wie sie dabei unterstützend helfen kann. Wichtig ist vor allem die regelmäßige Kontrolle von Pflanzen, da sich Nester häufig in Topfpflanzen und besonders in Pflanzenkübeln sowie im Wurzelballen befinden. Vor dem Einsetzen oder Weitergeben von Pflanzen sollten diese daher sorgfältig überprüft werden, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Bei einem Befall können auf gut zugänglichen Flächen Heißwasser oder andere physikalische Methoden eingesetzt werden. Dabei ist zu beachten, dass umliegende Pflanzen, insbesondere in Kübeln, geschädigt werden können. Vom Abflammen wird dringend abgeraten. In geschützten Bereichen können auch Kieselgur oder Hausmittel wie Essigwasser oder Natron-Zucker-Mischungen helfen, auch wenn ihre Wirkung begrenzt ist. Die Stadt rät davon ab, Gift einzusetzen. Außerdem sollte Grünschnitt sorgfältig kontrolliert und nur über zugelassene Stellen entsorgt werden, da sich Ameisen auch darüber verbreiten können. Besonders die Kontrolle von Pflanzenkübeln ist wichtig, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Wo gibt es weitere Informationen?
Die Stadt Emmendingen ist mit Abstand nicht die erste Stadt in der Gegend, die von diesem Problem betroffen ist. Auf den Seiten von Instituten oder anderen Städten gbit es weitere Informationen.
- Web-Seite Offenburg
- Flyer und Kurz-Info der Stadt Kehl
- Flyer und Gutachten aus Müllheim
- Ameisen-Alarm! Tapinoma magnum – wenn kleine Insekten große Probleme machen | Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopticus)
Bei der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) handelt es sich um eine invasive Stechmückenart aus Südostasien, die sich aufgrund des warmen Klimas über verschiedene Einschleppungswege in den Vergangenen Jahren in der Oberrhein-Region etabliert hat und weiter ausbreitet. Die Tigermücke ist tagaktiv und sehr belästigend. Zudem kann sie unter Umständen exotische Viren (z.B. Chikungunya, Dengue und Zika) übertragen, wenn eine mit diesen Viren infizierte Reiserückkehrende Person hier gestochen wird und diese Tigermücke dann wiederum eine nicht-infizierte Person sticht.
Was können Bürgerinnen und Bürger tun?
• Auffällige Tigermücken melden unter: Sticht's? - KABS e.V.
• Brutstätten vermeiden: Kleine Wasseransammlungen (in Gießkannen, offenen Wassertanks, Blumenuntersetzern, in Tümpeln etc.) auf dem Balkon, im Hof oder Garten sollten verschlossen, entleert, beseitigt oder komplett vermieden werden. Denn ohne geeignete (größtenteils menschenverursachte) Brutstätten kann sich die Asiatische Tigermücke vor Ort nicht ansiedeln
• Bekämpfung mit dem Biologischen Wirkstoff B.t.i: B.t.i.-Tabletten werden nicht präventiv, sondern zur direkten Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke eingesetzt. Das aus einem Bakterium gewonnene Eiweiß wirkt spezifisch auf Larven von Stechmücken und einigen andere Arten von Zweiflüglern.
Die Stadt Emmendingen verteilt keine B.t.i-Tabletten.
Weitere Informationen und Kontakt:
Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (kurz: KABS)
Georg-Peter-Süß-Straße 3
67346 Speyer
Flyer des Landesgesundheitsamts
Stechmücken + Arbovirosen - Landesgesundheitsamt Stuttgart
TIGER – Informationsplattform über die Asiatische Tigermücke









